Stadtmauer an der Lübbener Spree
 
Lübben (Spreewald)
 

Lübben (Spreewald), die gastfreundliche grüne Stadt, ist direkt im Herzen des Spreewaldes gelegen und wird auch als Tor zum Unter- und Oberspreewald bezeichnet. Mit ihren gut 15.000 Einwohnern bildet sie die Kreisstadt des Landkreises Dahme-Spreewald.

Die günstige geographische Lage der Stadt auf einer Talsanderhöhung zwischen den beiden Regionen Unter- und Oberspreewald ermöglichte den Übergang über das schwer passierbare Spreetal und dessen Sumpfgebieten. Die Spree drängt an dieser Stelle ihre Wassermassen zusammen und löst sich bald darauf wieder in mehrere Wasserläufe auf. Somit war das gesamte Gebiet um Lübben bereits in der Mittelsteinzeit besiedelt.

 

Stadtwappen

Originalgetreu in den letzten Jahren restauriert - die alte Stadtmauer und Lübbens Schloss

 

Erstmals wurde Lübben um 1150 in einem Schriftstück erwähnt und feierte im Jahre 2000 das Stadtjubiläum 850 Jahre Lübben. Zahlreiche archäologische Funde weisen aber auf eine frühere Besiedlung der Ortslage hin. Heute noch erinnert die deutlich erkennbare Ringwallanlage „Burglehn“ an die slawische Besiedlung seit dem 6. Jahrhundert.

Vermutlich 1220 erhielt Lübben das Magdeburger Stadtrecht. Das Ackerbürgerstädtchen wurde seit dem 15. Jahrhundert durch eine Mauer geschützt. Einige Reste dieser mittelalterlichen Stadtmauer sind heute noch im Stadtzentrum zu entdecken.

Seit jeher förderte diese günstige geographische Lage die Stadtentwicklung. Der Spreetalübergang erlangte jedoch auch große strategische Bedeutung. Viele Herrschaftswechsel waren von Brandschatzungen und Plünderungen begleitet. Totale Zerstörung hinterliessen der 30jährige Krieg und der Siebenjährige Krieg. Im 30jährigen Krieg ging Lübben von böhmischen in sächsischen Besitz über. Mit Herzog Christian I. von Sachsen-Merseburg kam 1666 neuer Glanz in die Stadt. Lübben entwickelte sich zur Hauptstadt des Markgrafentums Niederlausitz, dessen fortschrittliche Regierungsform - eine Oberamtsregierung als oberste Justiz- und Verwaltungsbehörde anstelle des alten Landvogteiamtes - für die Entwicklung der Niederlausitz von grosser historischer Bedeutung war.

Im Jahre 1668 holte der Herzog den neben Luther bekanntesten Kirchenlieddichter Paul Gerhardt (1607-1676) in die Stadt. Er wirkte die letzten 7 Jahre seines Lebens als Pfarrer an der zwischen 1494-1550 erbauten Stadtkirche St. Nikolai. Ein Denkmal vor dem Eingang der Kirche erinnert ebenso an sein Wirken wie sein Name, den die Kirche seit 1931 trägt.

Weiterhin gehören zu berühmten Persönlichkeiten der Stadt die Gebrüder Freiherren von Manteuffel. Otto Theodor Freiherr von Manteuffel war preußischer Ministerpräsident und Außenminister (1850-1858). Als Landsyndikus des Markgrafentums Niederlausitz erwarb sich Christoph Ernst Freiherr von Houwald grosse Verdienste, aber auch sein dichterisches Schaffen an romantischen Erzählungen und dramatischen Werken sind bedeutungsvoll. Houwald verkehrte mit Dichtern seiner Zeit, z.B. Bettina und Achim von Arnim, Chamisso, Fouque, Grillparzer und den Brüdern Contessa.

Nach den Freiheitskriegen und dem Wiener Kongress ging Lübben 1815 an Preussen über. Aus der einst sächsischen Landeshauptstadt wurde eine preussische Landkreisstadt.

In den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges wurde die Stadt zu 80 % zerstört. Lübben verlor den einstigen romantischen Kleinstadtcharakter, da auch in den Nachkriegsjahren und zu Zeiten sozialistischer Baukultur noch viele alte, intakte Häuser abgerissen wurden und Platz für Neubaublocks geschaffen wurde.

Für weitere Informationen empfehlen wir:

Paul-Gerhardt-Kirche

Paul-Gerhardt-Kirche

 

Lübbens Hauptstraße im Mai 1945

Lübbens Hauptstrasse im Mai 1945

Neunkircher Platz

Der Neunkircher Platz

Die Ereignisse der politischen Wende 1989 bescherten der Stadt Veränderungen auf allen Bereichen. Die vielen baulichen Aktivitäten werden jedem besonders in der Innenstadt deutlich sichtbar.

Auf einer einstigen Parkplatz- und Brachfläche entstand die neu erschaffene Schlossinsel mit Grünanlagen, Wanderwegen, Spielmöglichkeiten, neuen Flussläufen, Kahnhafen und Touristischem Zentrum der Stadt. Somit wurde dieser Ort zum Hauptanlaufpunkt für erholungssuchende Touristen. Der Gast trifft hier nicht auf Massentourismus, sondern es erwartet ihn ein vielseitig abgestimmtes Angebot den Spreewald - eine in Mitteleuropa einzigartige Kulturlandschaft - mit typisch fein verzweigten Fliessgewässern zu erkunden.

Muss eines jeden Spreewald-Besuchers ist die Fahrt im kiellosen Spreewaldkahn. Dabei erfährt man vom Fährmann (oder der Fährfrau) Wissenswertes über das Biosphärenreservat Spreewald und seine Besucher.

Ob zu Fuss, mit dem Fahrrad oder im Paddelboot, es gibt viele Möglichkeiten, Lübben und den Spreewald zu erkunden. Gute Ratgeber und Wegbegleiter für diese Touren sind die Wanderführer und -karten vom HEIMAT-VERLAG LÜBBEN.

Für seine umfangreichen Massnahmen in der touristischen und kulturellen Infrastruktur erlangte Lübben im Jahre 1999 den Status „Staatlich anerkannter Erholungsort“.

Die vielen ausgebauten Wander- und Radwanderwege rings um Lübben und im Spreewald laden zu ausgedehnten Touren in das Biosphärenreservat ein.

 

nach oben

_______________________________________________________________________________

Wanderführer, Wasserwanderkarte, Spreewald- und Regionalliteratur