Wanderweg im Oberspreewald
 

 

Eine Kahnfahrt, die ist lustig ...
 

Das Kahnfahren im Spreewald ist ein Freizeitvergnügen der besonders erholsamen Art und ein Muss für jeden Besucher. In der einmaligen Naturlandschaft des Biosphären-reservates lassen sich dabei Ruhe und Entspannung finden. Hier erleben Sie den besonderen Reiz dieser Landschaft, von der schon Theodor Fontane schwärmte:

Und dass dem Netze dieser Spreekanäle nichts vom Zauber von Venedig fehle, durchfurcht das endlos wirre Flussrevier in seinem Boot der Spreewald-Gondolier.

Kahnfahrtidylle in Lehde

Kahnfahrtidylle in Lehde

Kahnfahrt im Hochwald

Auf den schmalen Fliessen im Hochwald, wenn das Sonnenlicht das Dach der Baum-wipfel durchdringt, kann man die Romantik des Spreewaldes in aller Ruhe geniessen.
  Fälschlicherweise hat Fontane damals den Spreewaldkahn als Boot bezeichnet. Um Ihnen solche Fehler zu ersparen, einige "Fachbegriffe" im Spreewald.
Die Wasserstraßen heißen im Spreewald Fliesse, davon sind fast 1000 km befahrbar.
Wie die Bezeichnung Kahnfahren verrät, sitzen die Leute in einem Kahn. Auf diesem kiellosen, zumeist aus Holz bestehenden Gefährt sind Holzbänke quer zur Fahrtrichtung angeordnet, oft sind die Kähne auch mit kleinen Tischen ausgestattet. Somit können sich die Gäste auch an Tischen gegenübersitzen.
Der Kahn wird mittels Rudel, einer langen Holzstange, in Bewegung gesetzt. Das Fortbewegen wird staken genannt.
Der freundliche Mann - manchmal ist es auch eine freundliche Frau - am Heck des Kahnes, werden Kahnfährmann oder Kahnfährfrau genannt. Von Ihnen erfahren Sie viel über den Spreewald und seine Bewohner.
Brücken für Fußgänger oder Radfahrer über die Fließe werden auf Grund ihrer erhöhten Bauweise auch als Bänke bezeichnet. Diese wurden so hoch errichtet, damit die Spreewaldbauern ihre Ernte, insbesondere die Heuladungen, unversehrt nach Hause bringen konnten.
Zur Wasserregulierung im Spreewald sind zahlreiche Staustufen, Schleusen und Wehre genannt, errichtet worden. Schleusen können Sie mit dem Kahn passieren, Wehre lieber nicht.

Das Kahnfahren diente früher vorwiegend dem Transport landwirtschaftlicher Gegenstände. Die Bauern nutzten den Kahn, um ihre Wiesen und Felder im Spreewald zu bewirtschaften, die nur über den Wasserweg zu erreichen waren. Auch viele Bauerngehöfte im Spreewald waren zu allen Seiten von Wasser umgeben. Auf Kähnen wurde fast alles transportiert: Erntegut, Tiere und Baumaterialien, Kindstaufen, Hochzeitszüge und Trauergesellschaften. Heute noch wird der Spreewaldkahn als Transportmittel genutzt, wenn auch mit wesentlich geringerer Bedeutung. Aber im Spreewalddorf Lehde kommen z.B. der Postbote oder die Müllabfuhr noch mit dem Kahn.

Mit Gurken beladene Kähne auf dem Gurkenmarkt in Lübbenau um 1919

Kahn"fahrt" historisch, Foto: Magnus Brunkhorst

Bei niedrigen Wasserständen wurde der Kahn auch schon mal gezogen.

Ende des 19. Jahrhunderts begann der Fremdenverkehr an Bedeutung zu gewinnen. Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem Bau der Eisenbahnen von Berlin nach Cottbus und der Spreewaldbahn von Lübben über Straupitz nach Cottbus entdeckten viele Leute vor allem aus der Großstadt Berlin den Spreewald.

Heute bildet der zunehmende Tourismus im Spreewald eine wichtige Einnahmequelle für viele Einheimische. Die Vielzahl der Kahnabfahrtstellen ermöglichen es dem Besucher, verschiedenste Regionen des Spreewaldes kennenzulernen.

Zugleich gewinnt damit aber auch das Thema Bewahrung und Schutz des Spreewaldes eine entscheidende Rolle.

Die eigentliche Kahnfährsaison erstreckt sich je nach Wetter von April bis Oktober. Jede Saison wird, meist am 1. April oder zu Ostern, traditionell festlich eröffnet. Grundsätzlich können aber zu jeder Jahreszeit Kahnfahrten durchgeführt werden. So wurden schon Kähne Ende Februar und sogar am Neujahrsmorgen gesichtet. Besonderen Reiz haben Kahnfahrten in den ersten Frühlingstagen, wenn man noch weit durch die Landschaft schauen kann und bereits ein zartes Grün in der Landschaft zu erkennen ist. Auch Kahnfahrten im farbenfrohen Herbst bieten viel für die Augen und die Seele.

Von kurzen Kahntouren mit 1-2 Stunden über Rundfahrten mit 3-4 Stunden bis hin zu Tagestouren mit 6 und mehr Stunden wird so ziemlich alles angeboten. Auch besondere Kahnfahrten stehen auf dem Programm, z. B. Lampionfahrten in den Abendstunden und Fahrten in den Sonnenaufgang. Wählen Sie Ihre Kahntour aus dem großen Angebot oder lassen Sie sich eine Fahrt nach den eigenen Wünschen zusammenstellen. Je nach Länge der Kahntour werden Einkehrmöglichkeiten in Gaststätten oder Picknickaufenthalte eingeplant. Auf den meisten Kähnen ist eine kleine Auswahl an Getränken vorhanden.

Zu einer schönen Tradition sind die Lübbener Kahnnächte geworden. Hierbei gleiten Kähne in den sommerlichen Abendstunden bis in die Nacht hinein über die Spreewaldfliesse an verschiedenen Schauplätzen mit künstlerischen Darbietungen vorbei. Jede Kahnnacht steht dabei unter einem anderen Thema.

Auch Behinderten wird in Lübben die Gelegenheit einer Kahnfahrt gegeben, behindertengerecht umgebaute Kähne mit einer Hebebühne zum Verladen von Rollstühlen ermöglichen den Behinderten das Erlebnis Spreewald.

Information: Behindertenarbeitsgemeinschaft Lausitz e.V., Tel./Fax: 03546 / 8153

 

Begegnung in Spreewald

Oft ist man bei einer Spreewaldkahnfahrt ganz allein mit der Natur, aber immer wieder begegnen einem Wanderer oder Radfahrer.

 

Die Luttchen - Fabelwesen des Spreewaldes - erfreuten die Besucher bei einer Lübbener Kahnnacht im Jubiläumsjahr 2000.

Kahnfoto: Jürgen Frommer

Natürlich müssen wir als LÜBBENER unsere Kahnfahrt besonders erwähnen; die Lage der Stadt und der Spreefliesse ermöglichen dem Besucher einen "Stadtrundgang" mit dem Kahn, aber auch Einblicke in die romantische Spreewaldlandschaft.

Egal aber, ob Sie von Lübben oder Lübbenau, Straupitz oder Burg, Alt Zauche, Neu Zauche oder Schlepzig oder den vielen anderen Orten Ihre Tour in den Spreewald beginnen, immer werden Sie ein unvergessliches "Abenteuer Natur" erleben.

Und vergessen Sie nicht sich zur Erinnerung ein Foto Ihrer Kahnfahrt mitzunehmen.

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Kahnfährhäfen, Kahnfährvereine und -genossenschaften im Spreewald
Ort Name, Homepage Telefon
Alt Zauche Kahnfährbetrieb Eckhard Jentsch 03546 / 2622
  Kahnfährhafen Alt Zauche 03546 / 187590
Boblitz Naturhafen Boblitz, Kurt Jurischka 03542 / 2443
Burg Spreehafen, Dirk Meier 035603 / 75800
Bootshaus Conrad, Rainer Conrad 035603 / 341
Bootshaus Rehnus 035603 / 366
Hafen Waldschlösschen, Fred Schimmank 035603 / 536
  Bootsverleih- und Kahnfahrten André Duschka 035603/60997
Leipe Fährhafen Leipe, Helmuth Konzak 03542 / 43559
Frank's Kahnfahrten, Frank Richter 03542 / 403940
Lübben Fährmannsverein "Flottes Rudel" 03546 / 8269
Fährmannsverein "Lustige Gurken" 03546 / 7122
Kahnfährbetrieb Oswald 03546 / 4063
Lübbenau Grosser Spreewaldhafen 03542 / 2225
  Kleiner Hafen "Am Spreeschlösschen" 03542 / 403710
  Kahnabfahrtstelle "Am Holzgraben" 03542 / 2221
  Schwerdtners Kahnfahrten 03542 / 41459
Lübbenauer Spreewaldfahrten, Thomas Lubkoll 03542 / 4079020
Neu Zauche Kahnabfahrtstelle Neu Zauche 035475 / 468
Raddusch Kahnfährhafen Raddusch 03543 / 33000

Ragow

Werner Rosenberger 03542 / 3680
Schlepzig Kahnfahrten & Bootsverleih Olaf Schiela 035472 /377

 

Jörg Lehmann 035472 / 239

Krüger's Kahnfahrten, Andreas Krüger 035472 / 451
  Uwe Krüger, Kahnfahtren und Bootsverleih 035472/65592
Straupitz H. Tischer 035475 / 500
Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Für Ergänzungen und Korrekturhinweise der Fährleute sind wir dankbar.

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